Wenn du ein Video lieferst, lieferst du keine Datei: Du lieferst eine Nutzungserlaubnis. In Frankreich zerfällt diese Erlaubnis in zwei getrennte Rechte, und sie zu verwechseln ist teuer.

Die zwei Rechte, die du lizenzierst

Deine Urheberrechte am Werk. Skript, Bildaufbau, Schnitt: Das ist eine Schöpfung, und ihre Nutzung wird schriftlich lizenziert, für eine definierte Dauer, ein Gebiet und einen Satz Medien.

Deine Bildrechte. Dein Gesicht und deine Stimme gehören dir. Sie zu lizenzieren ist eine eigene Erlaubnis, die eine eigene Zeile im Vertrag verdient.

Viele Agenturverträge verschmelzen beides in einem Satz. Sie zu trennen ist keine Paranoia: Es erlaubt dir, die Nutzung deines Gesichts zeitlich zu begrenzen, auch wenn die Nutzung des Videos weiter reicht.

Was den Lizenzpreis setzt

LizenzpunktWas er abdeckt
MediumOrganisch, bezahlte Medien, Website, Verkaufsort, Fernsehen.
DauerDrei Monate, sechs Monate, ein Jahr, unbefristet.
GebietFrankreich, Europa, weltweit.
ExklusivitätWenn du nicht für Wettbewerber arbeiten darfst, wird das bezahlt.
WhitelistingWenn die Marke Anzeigen über dein Konto schaltet, ist das ein anderes Produkt.

Dasselbe Video kann zweihundert Euro für organische Nutzung wert sein und sechshundert, wenn es sechs Monate in Werbung läuft. Das ist übliche Branchenpraxis.

Die fünf Zeilen, die jeden Streit verhindern

  1. Was geliefert wird: Anzahl der Stücke, Länge, Formate, Sprache.
  2. Wie viele Korrekturrunden enthalten sind und was eine zusätzliche kostet.
  3. Wo das Material laufen darf, wie lange und in welchem Gebiet.
  4. Nettopreis, Steuerhinweis und Zahlungsdatum.
  5. Was passiert, wenn das Projekt nach dem Dreh abgesagt wird.

Die allermeisten Streitfälle entstehen daraus, dass eine dieser fünf Zeilen fehlt.

Die Klausel "unbefristet, alle Medien, weltweit"

Sie ist die Standardklausel in französischen Agenturverträgen. Daran ist nichts unrechtmäßig, aber sie hat einen Preis: zwei- bis dreimal eine Lizenz über sechs Monate.

Lehn sie nicht ab, bepreis sie. Eine Agentur, die sie verlangt, weiß genau, was sie wert ist.

Werbliche Transparenz

In Frankreich muss kommerzielle Kommunikation als solche erkennbar sein. Das ist Sache der werbenden Seite beim Ausspielen, aber wer es in seinen Lieferungen erwähnt, beruhigt eine Marke sofort.

Meid außerdem gesundheitsbezogene Aussagen und nicht überprüfbare Zahlenergebnisse: Das rechtliche Risiko trägt die Marke, und sie weiß das.

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