Ein Bundesland, zwei Städte. Bremen und Bremerhaven gehören zusammen, liegen aber eine Autofahrt auseinander, und das ist die erste Zahl, die einen Drehtag hier bestimmt.

Die zweite ist unsichtbarer und wichtiger: Ein großer Teil der auffälligsten Arbeitgeber dieser Region lässt sich nicht ohne Weiteres filmen. Hafenterminals, Werksgelände, Luft- und Raumfahrtstandorte. Wer hier Video anbietet, verkauft weniger Kreativität als Zugang.

Das Land hat zwei Adressen, und der Kalender merkt es

Bremen und Bremerhaven sind ein Land und zwei Arbeitsmärkte. Ein Kunde aus der einen Stadt nimmt selbstverständlich an, dass man auch in der anderen dreht, und rechnet die Fahrt nicht mit.

Praktisch heißt das: Zwei Termine an einem Tag funktionieren nur, wenn beide in derselben Stadt liegen. Wer das nicht vorher sagt, arbeitet einen halben Tag umsonst und erklärt es hinterher, was immer schlechter klingt als vorher.

Es hat auch eine gute Seite. Bremerhaven ist kleiner, der Wettbewerb dort dünner, und ein Creator, der die Strecke als normalen Teil des Angebots behandelt, hat dort ein Feld fast für sich allein.

Was man hier nicht einfach filmen darf

Das ist der Punkt, an dem die meisten Aufträge kippen, und er hat nichts mit dem Budget zu tun.

Auf einem Hafengelände, in einer Fahrzeugfertigung oder an einem Standort der Luft- und Raumfahrt entscheidet nicht die Marketingabteilung, ob gedreht werden darf. Es entscheidet die Werkssicherheit, manchmal ein Kunde des Kunden, manchmal beides. Die Anfrage geht durch Hände, die man nie sieht, und sie braucht Zeit.

Was gedreht werden sollWer tatsächlich freigibtWas man einplanen muss
Außenaufnahmen vom Geländedie Standortleitungkurz, oft am selben Tag
Arbeitsplatz in der Fertigungdie WerkssicherheitTage, mit Begehung vorher
Anlagen und Maschinen im BildSicherheit und Technik gemeinsamWochen, und nicht immer positiv
Beschäftigte, die sprechendie Person selbst und der BetriebsratTage, und es scheitert manchmal
Kundenware, die sichtbar istder Kunde des Kundenoffen, das ist das größte Risiko

Umgekehrt zu einem gewöhnlichen Dreh, bei dem die Freigabe eine Formalität nach der Aufnahme ist, entscheidet sie hier über das Konzept. Ein Drehbuch, das vor der Klärung geschrieben wird, wird zweimal geschrieben.

Der Einwand: das klingt nach Industriefilm, nicht nach UGC

Er kommt fast immer, und er ist zur Hälfte berechtigt. Wer ausschließlich vertikale Handyclips für Konsummarken drehen will, findet in Bremen weniger davon als in Hamburg oder Berlin.

Die andere Hälfte stimmt nicht. Genau diese Betriebe suchen seit Jahren Personal und haben verstanden, dass eine Hochglanzproduktion dabei schlechter funktioniert als eine Person, die ihren eigenen Arbeitstag zeigt. Das ist UGC im Wortsinn, mit einem größeren Hindernis davor und einem längeren Auftrag dahinter.

Der Unterschied zum gewöhnlichen Creator-Auftrag liegt darin, dass niemand ein einzelnes Video bestellt. Sobald eine Freigabe einmal durchgelaufen ist, will derselbe Kunde eine Serie, weil der teure Teil bereits erledigt ist.

Wer hier am häufigsten bestellt

Der Betrieb, der Leute sucht

Recruiting ist der mit Abstand häufigste Anlass, und er kollidiert genau mit dem Zugangsproblem: Überzeugend ist ein solches Video nur, wenn man den tatsächlichen Arbeitsplatz sieht, und das ist der Teil, der freigegeben werden muss.

Ein Film, der ausschließlich vor dem Tor gedreht wurde, überzeugt niemanden, der sich fragt, wie es drinnen aussieht. Der brauchbare Kompromiss ist fast immer derselbe: eine einzige, vorher geklärte Innensequenz, und alles andere draußen. Das lässt sich beantragen, es geht meistens durch, und es reicht.

Der Auftraggeber, der etwas erklären muss

Der zweite Typ verkauft keine Ware, sondern eine Leistung: Abfertigung, Instandhaltung, Prüfung, ein Bauteil, das in etwas Größerem verschwindet. Hier gibt es kein Produkt, das man in die Hand nehmen kann, und das Video erklärt einen Ablauf statt etwas zu zeigen.

Damit verschiebt sich die Arbeit. Vor der Kamera steht meistens eine Beschäftigte, die noch nie gefilmt wurde, und die eigentliche Leistung des Creators liegt darin, sie in zwei Sätzen sprechen zu lassen, ohne dass es nach Schulungsvideo klingt. Wer das kann, wird weiterempfohlen, und zwar innerhalb derselben Branche.

Wie man den Zugang vorbereitet

  1. Vor dem Angebot fragen, wer freigeben muss. Nicht ob gefilmt werden darf, sondern wer die Entscheidung trifft. Die Antwort verrät, wie lange es dauert.
  2. Zwei Fassungen des Konzepts anbieten. Eine mit Innenaufnahmen, eine ohne. Die zweite rettet den Termin, wenn die Freigabe kippt.
  3. Die Begehung einplanen und sie bezahlen lassen. Ein Vorbesuch ist hier Arbeitszeit, kein Verkaufsgespräch, und Kunden aus diesem Umfeld verstehen das sofort.
  4. Schriftlich festhalten, was im Bild sein darf. Eine Zeile pro Motiv reicht. Sie schützt vor der einen Aufnahme, die nach der Lieferung wieder heraus muss.

Was das für den Preis bedeutet

Ein Drehtag hier enthält Wartezeit, Einweisung und oft Schutzkleidung, und diese Stunden sind keine Nebensache: Sie sind der Grund, warum ein Tagessatz aus einem Studio in Bremen nicht funktioniert.

Zwei Wege, den Tag zu rechnen

Zwei Wege führen daraus. Entweder man rechnet den Tag ehrlich mit Vorlauf und Begehung, oder man arbeitet mit Pauschalen pro Serie, die den einmaligen Freigabeaufwand auf mehrere Videos verteilen. Der zweite Weg wird von diesen Kunden meistens bevorzugt, weil er in ihrer eigenen Logik denkt.

Was nicht funktioniert, ist der Stundensatz eines Social-Drehs mit dem Vorlauf eines Industriedrehs. Das ist der häufigste Grund, warum Creator diesen Markt nach drei Aufträgen wieder verlassen und ihn für unattraktiv halten, obwohl er das Gegenteil ist.

Wer hier startet, findet die allgemeinen Schritte in UGC-Creator in Deutschland werden; alles Übrige ist die Geduld, die der Zugang verlangt.