Marken beurteilen dein Portfolio, nicht deine Followerzahl. Es ist das Einzige, was sie vor einer Bestellung ansehen, und die gute Nachricht: Du baust es an einem Wochenende auf, mit Produkten, die du schon zu Hause hast.

Was ein Mustervideo ist

Ein Mustervideo ist ein UGC-Video, das du auf eigene Initiative drehst, ohne Auftrag, mit einem Produkt, das dir gehört. Es zeigt, wie du sprichst, kadrierst und schneidest. Daran ist nichts unehrlich, unter zwei Bedingungen: Lass nicht den Eindruck entstehen, es sei ein bezahlter Auftrag gewesen, und nutze das Markenlogo nicht so, als wärst du offizieller Partner.

Wie viele du brauchst

Drei bis sechs. Unter drei reicht nicht für einen Eindruck, über sechs verwässert die Aufmerksamkeit. Vier exzellente schlagen zehn mittelmäßige: Wer auswählt, sieht die ersten dreißig Sekunden des ersten Videos und entscheidet.

Welche Formate du drehst

Deck die gefragtesten Anwendungen ab, damit sich jede Marke in mindestens einem wiederfindet:

FormatWas es zeigt
1. Ein Testimonial in die Kamera (30 Sekunden)Das Problem, das Produkt, das Ergebnis. Meistverkauftes Format, es sollte dein erstes Video sein.
2. Ein UnboxingÖffnen, erster Kontakt, ehrliche Reaktion.
3. Eine DemoDas Produkt in Anwendung, Schritt für Schritt, mit Nahaufnahmen.
4. Eine geskriptete Problem-Lösung-SzeneKurzer Frustmoment, dann das Produkt.
5. Optional ein Format ohne GesichtNur Hände und Produkt mit Voice-over, gut, um den Kundenkreis zu erweitern.

Welche Produkte du nimmst

Wähl Produkte aus Nischen mit Budget: Kosmetik und Hautpflege, Nahrungsergänzung, Haushalt und Küche, Consumer-Technik, Tierbedarf, Mode. Meide zu spezielle Produkte und solche, die im Video schlecht zur Geltung kommen.

Praktischer Rat: Wenn du in einer bestimmten Nische arbeiten willst, dreh zwei von drei Videos dort. Ein fokussiertes Portfolio konvertiert besser als ein generalistisches.

Wie du sie ohne Ausrüstung gut drehst

Niemand erwartet Studioproduktion. Marken erwarten ein Video, das im Feed nativ wirkt, und das heißt trotzdem eine Mindestlatte.

Ein Aufhänger in den ersten 2 Sekunden

Eine Frage, eine steile Behauptung, ein überraschendes Bild. Ist der Anfang flach, zählt nichts von dem, was danach kommt.

Untertitel auf jedem Video

Die meisten schauen ohne Ton. Wortweise eingeblendete Untertitel sind inzwischen der Normalfall und nicht die Ausnahme.

Sauberer Ton

Raum mit Vorhängen oder Teppich, Handy nah dran, während der Aufnahme keine Hintergrundmusik. Ein Ansteckmikrofon für 15 bis 25 Euro hilft, ist am Anfang aber optional.

Gutes Licht

Vor einem Fenster, zwischen 10 und 16 Uhr, nie im Gegenlicht. Tageslicht ist kostenlos und schmeichelhaft; für Aufnahmen am Abend kostet ein Ringlicht 20 bis 40 Euro.

Ein ruhiges, scharfes Bild

Hochkant 9:16, Rückkamera, Handy an einen Bücherstapel gelehnt. Im Schnitt alle Pausen raus, und zwischen 20 und 40 Sekunden bleiben.

Wie du sie präsentierst

Ein Portfolio ist kein Dateiordner, sondern ein Schaufenster. Drei Regeln:

  • Das beste Video zuerst. Bis zum dritten kommt kaum jemand.
  • Eine Zeile Kontext je Video: Nische, Format, Blickwinkel. "Skincare-Testimonial, Vorher-Nachher-Aufhänger, 28 Sekunden" sagt alles.
  • Ein Profil, das Arbeitssprache und abgedeckte Nischen klar benennt.

Auf einem Marktplatz ist das Portfolio das Profil selbst: hervorgehobene Videos, Beschreibung, Pakete mit Preis und Lieferzeit. Ein Profil mit veröffentlichten Preisen bekommt mehr Aufträge als eines, das auf ein Angebot vertröstet.

Wie es sich weiterentwickelt

Ersetze ein Mustervideo, sobald du eine bessere echte Arbeit geliefert hast, sofern die Rechte es zulassen (frag die Marke, oft stimmt sie zu). Nach sechs Monaten besteht das Portfolio fast nur noch aus bezahlten Arbeiten, und genau dann kannst du die Preise anheben.

Den vollständigen Überblick über den Beruf findest du in UGC-Creator werden.

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Häufige Fragen

Darf ich Produkte bekannter Marken im Portfolio zeigen?

Ja, wenn es Produkte sind, die dir gehören, und du keine offizielle Zusammenarbeit suggerierst.

Wie viele Videos brauche ich, um zu verkaufen?

Drei oder vier gut gemachte reichen für die ersten Aufträge.

Muss ich mein Gesicht zeigen?

Nein, aber ein Portfolio mit mindestens einem Kameravideo öffnet mehr Türen, weil das Testimonial das gefragteste Format ist.

Darf ich Kundenvideos ins Portfolio stellen?

Nur mit deren Zustimmung. Viele Marken sind einverstanden, du musst bei der Lieferung fragen.