Zuverlässig zu produzieren hängt nicht vom Talent ab, sondern von einem Prozess, der sich bei jedem Auftrag wiederholt. Hier ist ein Ablauf in acht Schritten, vom Lesen des Briefings bis zur Zahlung, mit den Stellen, an denen Zeit verloren geht, und wie du das vermeidest.

1. Briefing lesen und zwei Fragen stellen

Prüfe vor dem Dreh, ob das Briefing drei Dinge beantwortet: Was ist der eine Blickwinkel, wie lautet die genaue Handlungsaufforderung, und welche technischen Vorgaben gelten (Länge, Format, Untertitel ja oder nein). Fehlt etwas, stell zwei präzise Fragen, nicht zehn. Fünf Minuten hier sparen eine komplette Korrekturrunde.

Prüf auch die Nutzungsrechte: Wenn das Briefing von bezahlter Werbung spricht, die Bestellung sie aber nicht vorsieht, kläre das vor der Lieferung.

2. Den Dreh planen

Zehn Minuten auf Papier, nicht mehr:

  • Der genaue Einstieg (der Aufhänger), Wort für Wort notiert, weil das der einzige Satz ist, den man vorbereitet.
  • Der Aufbau in vier Schritten: Aufhänger, Problem, Produkt, Ergebnis und Handlungsaufforderung.
  • Die Liste der Detailaufnahmen: Produkt in der Hand, Etikett, Textur, Anwendungsgeste.
  • Die Drehzeit, gewählt nach dem Tageslicht.

3. Die Umgebung vorbereiten

  • Fenster vor dir, zwischen 10 und 16 Uhr.
  • Raum mit Textilien für den Ton.
  • Handy auf Stativ oder Bücherstapel, auf Augenhöhe.
  • Flugmodus, Akku geladen, Speicher frei.
  • Produkt sauber, Etikett zur Kamera gedreht.

4. Drehen

Nimm die Hauptaufnahme dreimal hintereinander auf, ohne dazwischen zu prüfen: Der dritte Take ist fast immer der beste, weil du lockerer bist. Dann zwei oder drei alternative Einstiege, die als Zusatzvarianten dienen. Zuletzt die Detailaufnahmen.

Faustregel: Wenn du dich versprichst, halt nicht an. Wiederhol den Satz und schneide es später weg.

5. Schneiden

Leerlauf raus, alle drei bis vier Sekunden Detailaufnahmen einsetzen, Untertitel hinzufügen und korrigieren, Ton normalisieren, in 1080p MP4 hochkant exportieren. Keine geschützte Musik, kein Wasserzeichen.

6. Selbstkontrolle vor der Lieferung

Sieh dir den Export komplett auf dem Handy an, nicht am Rechner, und prüf fünf Punkte:

  • Der Aufhänger startet bei Bild null.
  • Der Ton ist sauber und gleichmäßig.
  • Die Untertitel stimmen und liegen nicht unter der Oberfläche.
  • Kein Wasserzeichen, kein unerwünschtes Logo.
  • Das Video entspricht dem Blickwinkel des Briefings, nicht einer Idee, die dir beim Drehen kam.

7. Richtig liefern

Lade die Datei fristgerecht hoch, mit einer kurzen Nachricht: was du geliefert hast, welche Varianten dabei sind und ein Vorschlag für das nächste Video. Drei Zeilen. Genau hier wird aus einem Einzelauftrag ein Stammkunde.

8. Korrekturen und Bezahlung

Liegt die Bitte im Briefing und in der vereinbarten Anzahl Korrekturen, setz sie ohne Diskussion um und liefere schnell neu. Liegt sie außerhalb, sag es ruhig und biete einen Aufpreis an.

Auf einem Marktplatz ist die Zahlung ab der Bestellung reserviert und wird bei Freigabe ausgelöst, es gibt also nichts hinterherzulaufen. Bei Direktkunden gilt: keine Rohdatei vor der Restzahlung.

Zu den Formaten lies UGC-Skripte und Aufhänger.

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Häufige Fragen

Wie lange dauert ein Video insgesamt?

Ein bis drei Stunden inklusive Dreh und Schnitt, sobald der Ablauf sitzt.

Wie oft die Hauptaufnahme wiederholen?

Dreimal hintereinander ohne Zwischenprüfung. Der dritte Take ist fast immer der beste.

Was tun bei unvollständigem Briefing?

Zwei präzise Fragen vor dem Dreh, nie nach der Lieferung.

Muss man Zusatzvarianten liefern?

Pflicht ist es nicht, aber genau das bringt Kunden zurück.