Die Datei zu besitzen heißt nicht, sie als Anzeige schalten zu dürfen. Das ist die teuerste Verwechslung im UGC und die Ursache der meisten Konflikte zwischen Marken und Creatorn. Hier steht, was ein UGC-Preis wirklich abdeckt, was separat verhandelt wird und wie eine klare Klausel aussieht.
Die zwei Lizenzen, die du trennst
Organische Nutzung
Die Marke darf das Video auf eigenen Kanälen posten: Instagram-Profil, TikTok, Produktseite, Newsletter. Das deckt der Grundpreis eines UGC-Videos in der Regel ab.
Bezahlte Werbenutzung
Die Marke darf das Video als Kreation in einer bezahlten Kampagne auf Meta, TikTok, YouTube oder anderswo einsetzen. Das ist nicht standardmäßig enthalten und fast immer ein Aufpreis.
Der Wertunterschied ist gewaltig: Ein organisches Video sehen einige tausend Menschen, ein Video in einer Kampagne kann Millionen erreichen.
Die vier Parameter einer Lizenz
Eine vollständige Klausel beantwortet vier Fragen:
- Was erlaubt ist (organisch, bezahlte Werbung, Whitelisting über den Creator-Account, Nutzung im Laden oder auf Plakaten).
- Wie lange: sechs Monate, zwölf Monate, unbefristet. Verbreitetste Laufzeit sind zwölf Monate.
- Wo: ein Land, Europa, weltweit.
- Exklusiv oder nicht: Darf der Creator im Zeitraum für einen Wettbewerber drehen? Exklusivität wird separat bezahlt und sollte nie stillschweigend angenommen werden.
Was Whitelisting ist
Whitelisting heißt, die Anzeige über den Account des Creators laufen zu lassen statt über den Markenaccount (Werbepartnerschaft auf Meta, Spark Ads auf TikTok). Das läuft oft besser, weil die Anzeige von einer echten Person gezeichnet wirkt. Es braucht die ausdrückliche Zustimmung des Creators und einen Code oder eine technische Freigabe mit definierter Laufzeit. Es ist ein eigenes Recht, getrennt von organisch und klassischer Werbung, und wird separat bepreist.
Was Rechte kosten
Übliche Größenordnungen:
- Werberechte, eine Plattform, zwölf Monate: 30 bis 150 Euro pro Video.
- Rechte für mehrere Plattformen: 50 bis 100% Aufschlag darauf.
- Zeitlich unbefristete Nutzung: oft das Doppelte des Videopreises.
- Branchenexklusivität: wird im Einzelfall verhandelt und bleibt teuer, weil sie den Creator blockiert.
Die Musterklausel
Der Creator räumt der Marke [Name] eine Lizenz ein:
- Nutzung: organisch + bezahlte Werbung auf Meta und TikTok
- Laufzeit: 12 Monate ab Lieferung
- Gebiet: Deutschland und Österreich
- nicht exklusiv
Whitelisting über den Creator-Account ist [enthalten / ausgeschlossen].
Jede Nutzung darüber hinaus erfordert eine neue schriftliche Vereinbarung.
Einfach, klar und in der großen Mehrzahl der Fälle ausreichend.
Die Fehler, die du vermeidest
Auf Markenseite
Bestellen, ohne die Rechte zu benennen, und dann feststellen, dass das funktionierende Video nicht in Werbung darf. Die Nachverhandlung bei einem bereits laufenden Video kostet immer mehr als der ursprüngliche Aufpreis.
Auf Creator-Seite
Alles in den Grundpreis packen, um günstiger zu wirken. Das verschenkt den wertvollsten Teil und macht spätere Erhöhungen unmöglich.
Die vollständigen Preisspannen stehen in was ein UGC-Video kostet.
Auf UGC MATCH werden die Rechte bei der Bestellung vereinbart, und die Zahlung bleibt bis zu deiner Freigabe abgesichert.
Weiterlesen
- Was sind UGC-Nutzungsrechte? (Definition)
- UGC-Creatorn Feedback geben und Korrekturen anfordern
- Ist UGC MATCH seriös und sicher?
- UGC-Vereinbarungen und Nutzungsrechte: was vor dem Dreh feststeht
Bestelle mit klaren Rechten von Anfang an →
Häufige Fragen
Heißt ein UGC-Video zu kaufen, es zu besitzen?
Nein. Du kaufst eine Nutzungslizenz, deren Umfang der Vertrag festlegt, kein volles Eigentum, außer bei ausdrücklicher Übertragung.
Wie lange läuft eine Standardlizenz?
Zwölf Monate sind am verbreitetsten; sechs Monate sind bei Tests üblich.
Braucht es einen langen Vertrag?
Nein. Vier Zeilen zu Nutzung, Laufzeit, Gebiet und Exklusivität reichen.
Darf der Creator für einen Wettbewerber drehen?
Ja, außer es wurde Exklusivität vereinbart und separat bezahlt.



