Eines in Antwerpen geschrieben, eines in Brüssel, für dieselbe Kampagne. Ein Teil dieser Doppelung ist nötig, der wesentliche nicht.
Was wirklich doppelt sein muss
Besetzung und Text, immer
Fünf Elemente, die sich nicht teilen lassen.
Die Personen im Bild, aus den oben behandelten Gründen.
Der Text, denn ein Aufhänger wird nicht übersetzt, er wird neu geschrieben.
Die sichtbare Umgebung, sonst gleichen sich die beiden Fassungen zu sehr.
Die Untertitel, in jeder Sprache neu gemacht und verbessert.
Und der Ausspielkalender, der zwei getrennten regionalen Fenstern folgt.
Alles Vorgelagerte, nie
Sechs Elemente, die nur einmal geschrieben werden sollten.
Das Kampagnenziel und die Erfolgskennzahl.
Das Produktversprechen und die Liste freigegebener Formulierungen.
Die Verbote: was nie im Bild erscheinen darf.
Die Formate und Liefervorgaben.
Das Gesamtbudget und seine Aufteilung auf Produktion und Ausspielung.
Und die Honorartabelle für Creator, ohne die dieselbe Person von derselben Marke zwei verschiedene Preise bekommt.
Eine unmittelbare Folge: schreibt jede Agentur diese sechs Punkte für sich, bekommt die Marke zwei verschiedene Kampagnen unter einem Namen, und der Abschlussbericht ist in nichts vergleichbar.
Wem der Kreis gehört
Eine Liste, zwei Buchungen
Vier Regeln, um einen Kreis konfliktfrei zu teilen.
Ein einziges Dokument, von der Marke geführt und nicht von einer der Agenturen.
Eine Buchung gilt für die ganze Kampagne, nicht für ein Video.
Wer von einer Agentur gebucht ist, kann von der anderen nicht mehr vorgeschlagen werden, auch nicht für eine andere Rolle.
Und eine schriftliche, kurze und bezahlte Ausschließlichkeitsdauer statt einer stillschweigenden, der niemand zugestimmt hat.
Drei Gründe, warum Agenturen sich dagegen sträuben.
Der Kreis ist ein geschäftlicher Wert: ihn zu teilen heißt, den Vorteil herzugeben.
Die Liste enthält ausgehandelte Sätze, die keine Agentur offenlegen will.
Und die Beziehung zu einem festen Creator ist mehr wert als ein einzelner Auftrag.
Die praktische Lösung ist, nur gebuchte Namen und Termine zu teilen, nie Sätze oder Kontaktdaten. Das genügt gegen die Doppelbuchung, ohne jemandes Geschäft zu zerlegen.
Was man prüft, bevor man mit zwei Strukturen unterschreibt
| Punkt | Was zu lesen ist | Das Risiko beim Übersehen |
|---|---|---|
| Die Exklusivklausel | Ihr genauer Umfang | Ein Vertragsbruch |
| Die abgedeckte Branche | Die gesperrten Wettbewerber | Ein Konflikt bei einer Kundschaft |
| Die Kündigungsfrist | Wie lange der Ausstieg dauert | Eine lange Bindung |
Was man jeder Seite sagt
Dass man auch anderswo arbeitet, sofern keine Klausel dagegensteht. Schweigen darüber richtet mehr Schaden an als die Information selbst, und es kommt immer heraus.
Was streng getrennt bleibt
Dateien, Upload-Konten und Schriftverkehr. Rohmaterial einer Kundschaft, das in einem mit einer anderen Struktur geteilten Ordner auftaucht, ist ein Vertragsverstoß, kein Missgeschick.
Was bei der nächsten Planungsrunde zu tun ist
Sechs Entscheidungen in einer Stunde.
Festlegen, wer das vorgelagerte Briefing schreibt, eine Person auf Seiten der Marke.
Gemeinsames Ziel und gemeinsame Kennzahl setzen.
Das geteilte Buchungsregister eröffnen.
Die zwei Ausspielfenster festlegen, die nicht zusammenfallen.
Die Honorartabelle angleichen, damit dieselbe Person auf beiden Seiten gleich bezahlt wird.
Und einen getrennten Bericht je Region vorsehen, ohne den der Durchschnitt die Leistung beider verdeckt.
Ein letzter Maßstab: das belgische Problem ist nicht, zwei Agenturen zu haben, sondern sie zweimal schreiben zu lassen, was einmal hätte geschrieben werden sollen. Verdoppelt Besetzung, Text und Kalender. Verdoppelt weder Ziel noch Regeln noch die Liste der bereits gebuchten Personen.



